Entscheiden löst Ängste aus


Wir kennen es alle: Entscheidungen begleiten uns täglich von früh bis spät. Stehe ich nun auf oder nicht, was ziehe ich an, soll ich etwas essen oder doch lieber auf die Figur achten…Wobei diese Entscheidungen noch harmlos sind, selbst wenn sie ebenfalls dazu geeignet sind Kopfschmerzen zu bereiten. Ganz anders sieht es allerdings mit Entscheidungen aus, die unbekannte Variablen enthalten, den weiteren Lebensweg im wahrsten Sinne des Wortes entscheidend beeinflussen und oft nur eines auslösen: Angst.

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Angst ist immer ein schlechter Berater. Sie sitzt wahlweise im Nacken oder flüstert ganz leise viele Wenn und Aber ins Ohr. Und verursacht eine Unsicherheit, die Entscheidungen nicht einfach machen und oft genug alle vorhergehenden gedanklichen Pläne über den Haufen werfen. Was, wenn alles schief geht? Wie soll es weitergehen, wenn mein neuer Partner mich verlässt? Was geschieht, wenn ich in eine andere Stadt, fern der Heimat, ziehe, arbeitslos werde, niemand kenne, der mich auf solch einem durch Niederlagen gepflasterten Weg stützend am Arm greifen kann?

Wenige Fragen von scheinbar Millionen, die bei solchen wichtigen Lebensentscheidungen durch die Gehirngänge wandern, rasen, stocken und oft genug nur noch mehr Chaos im Kopf auslösen. Fatal an dieser Angst vor den Konsequenzen einer weitreichenden Entscheidung ist allerdings, dass die meisten Menschen wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf der Stelle sitzen bleiben. Und sehr häufig nicht nur die Chance auf einen tollen Arbeitsplatz, eine verbesserte Wohnsituation, eine neue Liebe oder die Möglichkeit für den eigenen Seelenfrieden verstreichen lassen. Nein, es wurde dann nicht eine Entscheidung getroffen, weil die Angst regiert. Folgend jedoch taucht dann unter anderem die Aussage auf „hätte ich doch nur!“ Ja, vielleicht wäre die Entscheidung genau das Richtige gewesen. Oder eben nicht. Schlussendlich wird man weder die positive noch negative Folge des Entscheidens erfahren können. Die Angst hat gesiegt. Das Sicherheitsbedürfnis die Regie übernommen.

Doch was kann denn im schlimmsten Fall passieren, wenn man den Mut zusammengenommen und sich getraut hat zu sagen „JETZT entscheide ich mich für Neues!“? Oftmals ist es hilfreich in einer ruhigen und angstfreien Minute (oder natürlich auch mehr) sich auf einem Blatt alle Wenn und Aber sowie die positiven Aspekte UND alle nur denkbar schlechtesten Folgen aufschreibt. Ob kreuz und quer, fein säuberlich in Spalten getrennt oder als Mindmap aufgelistet spielt keine Rolle. Wichtig ist nur sich vor Augen zu führen, was in Sachen Pro und Kontra im Kopf schwirrt und eine Entscheidung verlangt. Und sich stets zu sagen, dass das größtmögliche Horrorszenario lange nicht so schlimm ausfallen kann wie man es sich in schlaflosen Nächten und von Kopfschmerzen begleiteten langen Tagen ausmalt. Wobei: Selbst wenn alles den Bach runter geht…auch dieser fließt immer wieder in ein größeres Gewässer und somit zu der Möglichkeit erneut eine Entscheidung (zum Besseren) treffen zu können.


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